Interview mit Gregor Weigelt im Hellweger Anzeiger

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08.04.2020

Ohne die Hilfe von Dachdeckern geht es nicht!

Denn die Spezialisten für die Arbeit in der Höhe überzeugen mit der Vielseitigkeit ihres Berufsfeldes. Zuerst kommt dabei natürlich die Tätigkeit in den Sinn, die dem Handwerk seinen Namen gegeben hat: das Eindecken von Dächern. Ob Steildächer mit verschiedensten Pfannentypen oder Flachdächer, die ihrerseits eine ganz andere Herangehensweise erfordern, das Handwerk bietet die passende Lösung für jede Herausforderung. Auch abseits davon warten Aufgaben rund um das Haus. Fassadenarbeiten und Abdichtungen gehören ebenso zum Aufgabenfeld wie der Einbau von Dachfenstern oder Arbeiten an Kaminen. Aber auch energetische Sanierungen oder das Anbringen von Fotovoltaikanlagen sind längst ein Bestandteil des Berufes.

Doch welche Voraussetzungen benötigt ein potenzieller Auszubildender mitbringen, wenn ihm diese Aufgabenfelder zusagen? „Auszubildende müssen vor allem erst einmal schwindelfrei sein“, berichtet Gregor Weigelt, seines Zeichens Inhaber eines eigenen Dachdeckerbetriebs und Obermeister der Dachdecker-Innung Unna. Neben der Voraussetzung, um auch in größerer Höhe problemlos arbeiten zu können, ist auch die körperliche Fitness entscheidend. Material muss getragen werden, dazu geht es immer wieder auf das Baugerüst und auch wieder hinunter. Vernachlässigt werden darf aber auch nicht die Schulbildung. „Es muss nicht der Besuch des Gymnasiums sein, aber vernünftige Noten sind natürlich wichtig“.

Praktika vermitteln einen guten Eindruck

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, ob diese Anforderungen und die Arbeit wirklich passend für einen sind, empfiehlt Weigelt Praktika im Vorfeld. „Wenn es geht, sollten es zwei Praktika sein. Am besten zu verschiedenen Jahreszeiten, sodass man mal die Hitze im Hochsommer und auch eher schlechteres Wetter in den feuchteren Monaten kennengelernt hat. Ein Schulpraktikum oder die Ferien bieten sich dafür an“, sieht Weigelt darin eine gute Methode, um die Gefahr für einen späteren Ausbildungsabbruch zu senken. „Die meisten Abbrüche gibt es nach etwa einem halben Jahr, wenn die Auszubildenden dann merken, dass der Beruf doch nicht das Richtige für sie ist. Das ist dann auch für die Betriebe schlecht, die zum einen investiert haben und denen zum anderen dann ein Mitarbeiter fehlt. Das ist dann für alle Beteiligten ärgerlich.“

War die Berufswahl die richtige, so steht den Auszubildenden nach den drei Jahren Ausbildung und einer erfolgreichen Abschlussprüfung, stehen den Junggesellen viele Aufstiegsmöglichkeiten offen. Weiterbildungen erweitern nicht nur das eigene Betätigungsfeld , sondern bieten auch die Möglichkeit, sich für die Arbeit als Vorarbeiter zu qualifizieren. Und auch der Besuch der Meisterschule steht zur Wahl. Dieser Weg kann letztendlich auch zu einem eigenen Betrieb führen – und damit ist nicht allein die Möglichkeit einer Neugründung gemeint. „Bei vielen Betrieben kommt irgendwann der Punkt, an dem ein Nachfolger gesucht wird. Da ist es natürlich praktisch, wenn man einen Mitarbeiter über die Jahre aufgebaut hat, der den Betrieb übernehmen kann“, erläutert Weigelt. Denn in einem solchen Fall ist der neue Chef bereits bestens mit den Abläufen und Kollegen vertraut, zugleich weiß man, an wen man den Betrieb abgibt.

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